FF Varel in Irland

Der Austausch nach Nordirland zu Friendship Force Causeway Coast

im Rahmen einer Bustour über die britischen Inseln vom 4. bis 17. September 2011. Nach fast einjähriger Vorbereitung durch die beiden Austauschleiter Heiner Kröger, verantwortlich für die Organisation und Rainer Becker, zuständig für die Korrespondenz, war die Planung einer Busreise für den Austausch zu Friendship Force Causeway Coast mit einer anschließenden Rundfahrt durch Irland/England für 30 Botschafter unseres Vereins abgeschlossen. Die Überfahrt mit der Nachtfähre von Amsterdam nach Newcastle on Tyne in England verlief problemlos. Der Reiseplan geriet vermeintlich durch eine unerwartete Begrüßung von Friendship-Force-Freunden aus Newcastle in Verdrückung, so dass der Busfahrer versuchte, mittels eines Zeit kompensierenden „Husarenrittes“ die Fähre von Stranraer nach Belfast rechtzeitig zu erreichen, doch in Wahrheit war die vergessene Zeitumstellung auf seiner Uhr die Ursache für die „Hatz“. Bei einbrechender Dunkelheit erreichten wir Portballintrae Village Hall, unseren vereinbarten Treffpunkt an der Causeway Coast, wo sich Gäste und Gastgeber bei einem prächtigen Welcome Meal Buffet begrüßten und kennen lernten. Als uns die Gastgeber einluden, quasi zum Nachtisch, mit uns „Scottish Dancing“ zu üben, wurde es sehr spät, bis wir uns bei den jeweiligen privaten Unterkünften und im Hotel zur Ruhe begeben konnten. Am nächsten Tag begann ein viertägiges abwechslungsreiches Programm, bei dem die Besichtigung ihres UNESCO Weltnaturerbes „Giant’s Causeway (Damm des Riesen)“, an der Nordküste Nordirlands im Vordergrund stand. Die berühmten 40 000 gleichmäßig sechseckig geformte und 60 Mio Jahre alten Basaltsteinsäulen vulkanischen Ursprungs, die eine Höhe von bis zu 12 m erreichen. Der Legende nach wollten sich der irische Krieger Fionn Mac Cumhaill und sein schottischer Rivale Benandonner über diesen Steindamm zu einem Duell treffen, das nie zustande kam und schließlich wurde der steinerne Weg aus Angst oder auch Respekt voreinander irgendwie zerstört. Zu einer Mutprobe wurde der Besuch der weltberühmten Carrick-a-rede Rope Bridge, einer schmalen Hängebrücke für Fußgänger, die eine Meerenge von 20 Metern in einer Höhe von 30 Metern überspannt. Mut hin oder her, bei steifem Wind aus Nordwest, siegte bei einigen die Vernunft durch Verzicht und so konnten sich danach alle stressfrei zum gemeinsamen privaten Dinner bei den Gastgebern, zu dem an jedem Abend auch unsere im Hotel untergebrachten Botschafter eingeladen wurden. Keine Selbstverständlichkeit, wie wir fanden! Die Tagestour am Mittwoch nach Belfast mit Besichtigung der City Hall und des Cultra Folk Park war beeindruckend, doch das für viele von uns unvergessliche Großereignis bildete eine Irish Dance Veranstaltung im Riverside Theatre in der Universität von Colerine. Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 6 bis 18 Jahre boten ein Feuerwerk des Irish Dance mit soviel Freude und Begeisterung und machten die historischen Vorgaben vergessen, mit denen die katholische Kirche diese einst „züchtige“ Tanzform zur Vermeidung von Ausschweifungen gefordert hatte. Einige von uns genossen eine Probe in der weltweit ältesten Whiskey-Destillerie in Bushmills. Sie blieb ohne Nachwirkungen, denn anschließend feierten wir gemeinsam eine wunderbare Farewell Party im Bushfoot Golf Club und beendeten damit den sehr harmonischen Austausch bei unseren Freunden von Friendship Force Causeway Coast mit dem Versprechen uns wieder zu sehen.

 

Kennenlern-Party bei Friendship Force Causeway Coast
Basaltformationen an der Nordküste
Das ist nichts für jemanden mit Höhenangst
Detlef, unser Fahrer am Steuer eines Busses von 1910
Bushmills Whiskey Destillery – hier lagern hochprozentige Kostbarkeiten
Großformatige Fassadenmalereien erinnern in Londonderry an die Zeit der Gewalt
Die Friedensbrücke in Londonderry verbindet heute die einstigen Gegner
Wetteränderungen im Halbstundentakt sind hier normal
Ursprüngliche wilde Natur

Die private Irlandrundfahrt mit der holländischen Reiseleiterin Annalisa Hoek konnte erst richtig beginnen, als wir ein technisches Problem mit dem Bus gelöst hatten.

Bevor wir die Grenze nach Irland überquerten, erläuterte sie uns bei einem Stadtbummel in Londonderry mit viel Einfühlvermögen die angespannte Lage zwischen den zerstrittenen Volks- und Religionsgruppen.

Vom Hotel in Oranmore/Galway führte uns am nächsten Morgen eine lokale Rundreise durch das einsame Connemora Gebiet mit seinen vielen Seen und dem einzigen Fjord Irlands, über Cliffton und zum Berg des heiligen St. Patrick. Die Rückkehr zum Hotel in Galway ging über Kallymore und Westport, wo uns ein zu enger Tunnel die direkte Rückfahrt zum Hotel verwehrte. Nach dem Dinner halfen uns eine „Drei-Mann-Band“ und ein Guinness in der Hotelbar den obligatorischen Kartoffelbrei leichter zu verdauen.

Bei nachlassendem Regen aber zunehmendem Wind, erreichten wir am folgenden Tag die Cliffs von Moher und es bedurfte enormer Anstrengungen, um gegen den Sturm bis zur Abbruchkante von über 100 Metern vorzudringen, um auf den tosenden Atlantik blicken zu können.

Danach durchquerten wir das Gebiet der Burren, einer kargen, aber schönen Kalksteinlandschaft ohne Bäume und mit unterirdischen Entwässerungssytemen sowie zahlreichen historischen Monumenten. Wir passierten das „verlassene Kaff Lisdoonvarna“, das nur einmal im Jahr eine landesweite Berühmtheit erlangt durch einen auf der Welt einmaligen Heiratsmarkt, bei dem auch der älteste und schrägste männliche Single hofft, vom Frauenüberschuss Irlands profitieren zu können.

In Killarney, wo Annalisa zu Hause ist, stellte sie am Abend einigen von uns bei einem Bummel durch die Pubs der Stadt ihre Insiderkenntnisse zur Verfügung. Am nächsten Tag „befuhren“ wir den 180 km langen Ring of Kerry im Südwesten des Landes und ließen keinen seiner Höhepunkte und vielen Legenden aus, wie den Killorglin (Ziegenbock-König), ein 500 Jahre alter Cahers (ummauerter Bauernhof) oder den Ferienwohnsitz von Charly Chaplin in Waterville, und Cobh’s Strand mit seinen meterhohen Wellen und erreichten in Cork unser nächstes Hotel.

Auf dem Weg nach Dublin besuchten wir den bedeutenden Rock of Cashel, wo der Nationalheilige Irlands St. Patrick den König Aenghus gegen dessen Willen taufte und danach die mittelalterliche Stadt Kilkenny mit seinem viktorianischen Schloss.

Der abendliche Besuch diverser Dubliner Pubs bei irischer Musik und Guinness war dann ein fröhliches Kontrastprogramm und bildete einen Übergang zur Stadtrundfahrt, dem Besuch des Trinity College, der St. Patricks Kathedrale und einem Bummel durch die Stadt bevor es an die Weiterfahrt ging.

Nach langem, jedoch vergeblichem Warten auf die „gewohnte Fähre von Dun Laoghaire nach Holyhead“ stellte sich heraus, dass diese Verbindung schon lange nicht mehr existiert und es machte einen Umweg erforderlich.

Diese Schwierigkeit war gerade umschifft, als uns der Bus auf der englischen Seite mit einem Totalausfall seiner Elektrik vor ein neues Problem stellte, das dann mittels mehrerer Telefonate und eines Überbrückungskabels gelöst wurde und uns mit ganz viel Verspätung unserem nächsten Ziel Ashfort zuführte.

Die letzten Highlights waren der Besuch der hübschen Hafenstadt Rye, einem alten „Piratennest“ an der Südküste Englands und die Besichtigung von „Canterbury“ der größten gotischen Kathedrale Englands.

Den Kopf voller Eindrücke und die Digitalkamera gefüllt mit sehr vielen Pixel und MBs verließen wir die britischen Inseln und fuhren über Dover und Calais, Belgien und die Niederlande, Oldenburg zurück nach Varel.

hw

 

Molly Malone
Wenn man den Pilgerpfad hinaufsteigt und drei mal um den heiligen Patrick herum läuft, soll das Wetter besser werden
Regen und Sturm in Orkanstärke über den Klippen von Moher
Ein 2500 Jahre altes befestigtes Gehöft
Tosende Brandung an der Westküste
Hoch die Tassen – Irish Coffie in der Red-Fox-Inn am Ring of Kerry
Irish Folk in einer Musikkneipe in Dublin
Ein Dubliner Wahrzeichen: die Fisch- und Muschelverkäuferin „Molly Malone“ >>Bild anklicken zum Video!
Rye – ein ehemaliges Priaten- und Schmugglernest in Susex
In Südengland – die gewaltige Kathedrale von Canterbury