FF Cheyenne in Varel

Der Besuch von Friendship Force Cheyenne war wirklich „international“

Der seit 2011 mit 19 Personen zu einem Austausch vom 18. bis 25. Juni 2012 bei Friendship Force Varel angemeldete Club Friendship Force Cheyenne kam über seine erste europäische Station aus Manchester (England) zu uns. Bereits dort musste ein Ehepaar wegen des Brandes seines Hauses unverzüglich heim in die USA fliegen. So durften wir Gastgeber schließlich 17 Botschafter auf dem Oldenburger Bahnhof herzlich und mit „Hallo“ begrüßen, die dort mit dem Zug aus Heidelberg ankamen, wo sie sich drei Tage privat aufgehalten hatten. Unter der Federführung der Austauschleiterin Judy Eatmon von Friendship Force Cheyenne hatte sich die Gruppe aus verschiedenen Staaten der USA zusammen gefunden, nämlich aus Wyoming, New York, Arizona, Colorado, North Carolina, Hawaii und dazu noch ein Ehepaar aus Australien.

Die Austauschleiterinnen von Friendship Force Varel, Cornelia Jürgens und Renate Wenck, hatten abwechslungsreiches Programm vorbereitet und zusammengestellt. Es begann mit dem Kennenlernen von Varel und Umgebung. In diesem Rahmen begrüßte uns unser Vareler Bürgermeister Gerd-Christian Wagner persönlich im Rathaus und übergab nach einer Vorstellung der Stadt und seiner Region jedem Gast eine Begrüßungsurkunde. Beim anschließenden Rundgang durch die Stadt hielten wir inne beim Glocken- und Figurenspiel der Firma Hespe und danach wurden unsere Gäste dort mit einem „Löffeltrunk“ willkommen geheißen. Nach der Führung in der Schloßkirche mit Besichtigung der Turmloge, die Frau Jetzki in englischer Sprache durchführte, konnte jeder Gastgeber den Tag individuell mit seinen Gästen gestalten.

Gäste und Gastgeber vor dem Rathaus in Varel
Empfang beim Bürgermeister
Löffeltrunk in der Innenstadt von Varel
... in der Schlosskirche

Am nächsten Tag stand eine Besichtigung des Emssperrwerkes Gandersum auf dem Programm. Dort lernen wir, dass das Sperrwerk vor allem dem Küstenschutz dienen soll. Es verbessert den Sturmflutschutz an der Ems bis in die Stauhaltung oberhalb von Herbrum (50 km). Außerdem unterstützt es mit dem Aufstau der Ems ganz wesentlich die Schiffsüberführungen der großen Kreuzfahrtschiffe aus Papenburg. Anschließend besuchten wir das „Leeraner Miniaturland“. Diese Modellanlage reicht von den Ostfriesischen Inseln bis nach Aurich und von Emden bis nach Bourtange im Maßstab 1:87. Einen passenden und heimatbezogenen Abschluss bildete das Teemuseum in Leer, wo wir mit einer Tasse echten Ostfriesentee begrüßt und umfassend über das „schwarze Gold“ informiert wurden.

Nach einem erholsamen Familientag fuhren wir zum Auswandererhaus nach Bremerhaven. Bei amerikanischen Gästen ist dieser Museumsbesuch fast ein „Muss“, denn viele haben nun mal ihre Wurzeln in Europa. Tatsächlich fand ein Gast Unterlagen von ihrer Auswanderung, der Auswanderung ihrer Mutter und ihres Bruders. Es ist einfach immer wieder faszinierend zu erleben, was dort alles zusammengetragen wurde.

Ein spannender, wenn auch etwas anstrengender Tag war die Fahrt mit dem Bus nach Bremen zur EADS-Raumfahrt. Mit einer englischen und eine deutschen Führung wurde uns allen ein toller Einblick in die Raumfahrt geboten. Nach einer Verschnaufpause in der Altstadt/Schnoorviertel fuhren wir zur Becks-Brauerei und nahmen an einer Führung mit anschließender Verkostung teil.

Während der Farewell-Party, bei der wir unsere Gäste mit einem festlichen Buffet verabschiedeten, überraschten uns diese mit einer tollen Idee. Die Gäste gaben launige Präsentationen der einzelnen Staaten und Länder ihrer Herkunft. Friendship Force Varel bedankte sich anschließend mit einer musikalischen Darbietung.

Am 25. Juni fuhren sie dann mit dem Zug von Oldenburg nach Hamburg, wo sie eine Nacht verbrachten, um in verschiedene Richtungen weiter zu reisen.

Sie sind als Fremde gekommen und als Freunde gefahren.

Renate Wenck, Varel, 7. Juli 2012

hw