„Vom alten Europa ins neue Amerika“ Austausch nach Chicago und Milwaukee vom 27.05.bis 09.06.2008

Nach einer langen, anstrengenden Reise via Hamburg, Frankfurt kamen wir endlich in Chicago an. Der Empfang war herzlich und die Gastgeber brachten uns in die Nähe unserer Betten. Zwei Nächte dauerte meine Eingewöhnung.

Chicago vom Lake Michigan

Ohne Zweifel, Chicago ist eine Reise wert. Vom vielen nach oben Gucken bekommt man einen steifen Hals. Die Skyline zeigt sich besonders eindruckvoll vom Lake Michigan aus, aber auch der Blick aus einer Wohnung im 43. Stock oder gar aus dem 94. Stock des Hancock Tower auf Stadt und See ist fantastisch. Die Vielfalt der Wolkenkratzer von Neugotik über Jugendstil bis zur Moderne ist auch architektonisch sehr interessant.

Nach vielen weiteren Aktivitäten und gutem Essen kam der erste Abschied. Auf halbem Weg nach Milwaukee, mit Zwischenstopp in einem botanischen Garten, nahmen uns die neuen Gastgeber in Empfang. Wir wohnten etwa 20 Meilen westlich von Milwaukee. Gestaunt habe ich aufs Neue über die riesigen Grundstücke einiger Gastgeber. Auch hier wieder viele Besichtigungen und viel gutes Essen. Den Gang auf ein Bier ins „Secret House“ muss man mitgemacht haben, die Schilderung wäre zu lang. Der eine Tag in Milwaukee begann mit dem Besuch des „Lake Water Institute“, einem Institut für Süßwasserforschung. Anschließend besichtigten wir das „Milwaukee Art Museum“, ein ultramoderner Bau. Leider blieben die Flügel des vogelähnlichen Gebäudes wegen des starken Windes eingeklappt. Weitere Aktivitäten waren: Holy Hill, GE Medical Systems, Kohler Werke, Freilichtmuseum und private Treffen.

Da die Präsidentschaftskandidatenkür der Demokraten sich während unseres Aufenthaltes entschied, hatte ich mir vorgenommen zu versuchen, mal ein wenig über die Meinung des „Mannes auf der Straße“ zu erfahren. Am 3. Juni ging die Präsidentschaftsvorwahl schließlich zu Gunsten von B. Obama aus. Beider Kontrahenten Reden zum Wahlausgang quasi vor Ort zu hören, fand ich spannender als sonst die Zeitungslektüre zu Hause. Dass Hillary Clinton plötzlich  300-prozentig  für Obama warb, fand auch der Kommentator überzogen. Dazu kursiert folgender Witz: „Wenn Obama H. Clinton zur Vizepräsidentin beruft, braucht er einen Vorkoster.“ Auf die Frage, wer wird der nächste Präsident, verwiesen fast alle Befragten darauf, dass es noch fünf Monate bis zur Wahl seien. Als ich auf das Dilemma hinwies  „alter Mann oder Farbiger“ belehrte mich eine Republikanerin, dass Rassismus keine Rolle spiele. Man ist sich nicht sicher, ob es Obama schaffen wird, obwohl man wegen der Unzufriedenheit mit Bushs Politik auf eine Änderung hofft. Die Amerikaner haben das Gefühl, dass es ihnen zunehmend schlechter geht. Allenthalben wird über die hohen Benzinpreise geklagt (ca. € 0,70 pro Liter) und den schlechten Dollarkurs. Eine Europareise sei im Augenblick nicht drin. Und schuld daran ist George W. Bush mit seinem Irakkrieg und der ruinösen Wirtschaftspolitik, aber nicht unbedingt die Republikaner!

Nach wie vor haben die US-Amerikaner nach den Kanadiern den höchsten Energieverbrauch pro Kopf (etwa doppelt so viel wie wir Deutsche). Trotzdem herrscht in den einzelnen Haushalten ein gewisses Umweltbewusstsein, was sich in Mülltrennung, Energiesparlampen, dem Verzicht auf den Spülmaschinengebrauch und dgl. äußert. Die Frage weshalb die Regierung international nicht mitspielt, obwohl auch von staatlicher Seite eine Menge für den Umweltschutz getan wird, wurde meist mit einem Schulterzucken beantwortet. Allerdings bekam ich auch das „offizielle Argument“ zu hören: Solange Länder wie China und Indien nicht mitziehen, bringt Energiesparen nichts.

Im Straßenverkehr sieht man kaum noch die so genannten „Amischlitten“, diese nur noch als gepflegte Oldtimer, dafür überwiegend auch kleinere Japaner, aber auch viele Pickups und Geländewagen, die die Kraftstoffeinsparungen wieder zunichte machen. Erstaunt haben mich die vielen Radfahrer und die Anlage von Radwegen. Der öffentliche Personennahverkehr z.B. in Chicago kann sich durchaus mit jeder deutschen Großstadt messen. Ich hab es selbst erfahren, meine Gastgeberin hatte kein Auto.

Dank der vortrefflichen Organisation durch die ED’s Bob Hearnquist und Doris Müller, der Harmonie in der Gruppe und der Gastfreundschaft der amerikanischen Freunde: Es war eine sehr, sehr schöne Reise.

Franz Böhm

Milwaukees futuristisches Calatrava Gebäude

Friendship Force "Clubabend"

Clubabend FF Kiel am letzten Mittwoch im Monat (Ausnahme: Juli & Dezember)

Unser Clubabend ist seit Jahren ein wichtiger Teil unseres Klublebens. Wir treffen wir uns regelmäßig um 19.00 Uhr im

Restaurant Clubhaus Tannenberg

Projensdorfer Straße 251

24106 Kiel

Gäste sind jederzeit herzlich willkommen!

http://www.restaurant-tannenberg.de/