Die neuere Geschichte Schleswig-Holsteins beginnt mit dem Friedensvertrag von 811.
Karl der Große scheiterte - nach Unterwerfung der Sachsen - mit dem Versuch, die Dänen ebenfalls in das Fränkische Reich einzugliedern.
Seit 811 war die Eider die feststehende und anerkannte Grenze zwischen dänischen und fränkisch-deutschen Interessen.
Damit begann die Geschichte Schleswig-Holsteins als Grenzland des Fränkischen Reiches, dann des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation, des deutschen Bundes nach 1864, des Deutschen Reiches nach 1871 und schließlich der Bundesrepublik Deutschland.
Nach der Besiedelung im Norden wurde 1100 das Herzogtum Schleswig begründet.
Der deutsche Kaiser Heinrich V hatte zu der Zeit Lothar von Supplinburg - später ab 1125 selbst Kaiser - mit dem Herzogtum Sachsen, dieser wiederum den Grafen Adolf I von Schauenburg mit dem Land nördlich der Elbe – auch bekannt unter der Bezeichnung Nordelbingen – belehnt.
Das Jahr 1100 gilt ebenfalls als die Gründungszeit der Grafschaften Holstein und Stormarn. Es begann eine ausgreifende Besiedelung und gleichzeitig eine Christianisierung nach Norden und Osten. Die meisten Städtegründungen erfolgten im Zuge dieser Entwicklung Anfang des 13. Jahrhunderts.
Das Geschlecht der Schauenburger hat nach Adolf I über 350 Jahre die Geschicke des Landes nördlich der Elbe bestimmt.

Die Geschichte Schleswigs und Holsteins ist – mehr als in anderen Landstrichen Deutschlands – geprägt durch die Ambivalenz zwischen Landesherrschaft und der Macht der Stände: Städte, kirchliche Würdenträger und Ritterschaft.
Sie ist ebenso bestimmt durch die Personalunion Schleswigs und Holsteins mit dem Königreich Dänemark und durch die Realunion der beiden Herzogtümer selbst.
Ausgangspunkt dieser Entwicklung ist der Vertrag von Ripen aus dem Jahre 1460, von dem meist nur das Schlagwort „ Up ewich ungedeelt“ erinnerlich ist, der aber – allgemein als Ripener Privileg in die Geschichte eingegangen – Grundlage für eine Herrschaft mit austarierten Machtstrukturen war: zwischen den Fürsten und einer starken Stellung der Stände – Adel, Klerus und die Städte, vor allem des Adels, der Ritterschaft.
Diese wurde 1523 noch stärker, als der Herzog Friedrich II aus dem Hause Oldenburg zum dänischen König (als Friedrich I ) gewählt werden sollte und der ihn unterstützenden Ritterschaft weitreichende Zugeständnisse machen mußte: Steuerfreiheit, Gerichtsbarkeit über die Untertanen, Vergabe aller Ämter nur an die Ritterschaft, Einberufung von jährlich zwei Landtagen in Kiel und Flensburg.
Der Adel hatte – durch Steuerfreiheit – großen Anteil an diesen Entwicklungen. Zwei überragende Persönlichkeiten gaben dieser Glanzzeit in Schleswig-Holstein schließlich den Namen: Johann Rantzau und sein Sohn Heinrich Rantzau.
„Das Rantzausche Zeitalter“ im 16. und 17. Jahrhundert in Schleswig-Holstein und Dänemark ist Inbegriff für Kultur und Reichtum, für technische Innovation und Fortschritt, für Seehandel und Seefahrt, für Wissenschaft und Gelehrsamkeit, Aufgeschlossenheit gegenüber den Strömungen der Zeit, Geschick in Geld- und Warengeschäften sowie Förderung und Intensivierung landwirtschaftlicher Produktion.
Die Macht der Stände, vor allem der Ritterschaft, schwand gegen Ende des 17. und im 18. Jahrhundert durch die Glaubensgegensätze, den 30jährigen Krieg und die nachfolgenden schwedisch-dänischen Machtkämpfe 1657 – 1660. Gleichzeitig setzte ein Erstarken der Nationalstaaten ein und die Handelsströme verlagerten sich vom Ostsee-/Nordseeraum in den Atlantik – den so genannten atlantischen Dreieckshandel. Diese Entwicklung und der Absolutismus führten auch zum Niedergang der Hanse, die sich so oft gegen die Interessen des Königtums und gegen die Interessen der unternehmerisch tätigen Ritter gewandt hatte.
Die Stände verloren nach und nach ihre Privilegien. Viele Ämter wurden durch das Bürgertum übernommen, trotzdem behielt der Adel einen starken Einfluß.
Im Westen des Landes hatte sich eine andere Sozialstruktur herausgebildet. Die freien Bauern in Dithmarschen waren auf Grund der Gefährdung durch die See zu kollektiven Systemen gekommen. Sie verteidigten diese gegen die Macht des Königs und der Fürsten. Im Jahre 1500 vernichteten sie in der Schlacht von Hemmingstedt ein Heer des Königs von 25000 Mann. Sechzig Jahre später wurden sie dann unterworfen. Sie behielten aber eine gewisse Selbständigkeit unter einem Statthalter des Königs. Die Grenzen Dithmarschens sind bis heute unverändert.
Auch auf der Insel Fehmarn gab es eine ähnliche Entwicklung wie in der Bauernrepublik Dithmarschen. Die Insel Fehmarn unterstand dem König unmittelbar, der Adel durfte keine Ländereien auf der Insel erwerben.
Man kann sagen, daß es Schleswig-Holstein vordemokratische Strukturen gab.
Nach vielfältigen kriegerischen Auseinandersetzungen im 13. und 14. Jahrhundert erlebte Schleswig-Holstein nach 1460 als Teil des dänischen Gesamtstaates eine Blütezeit. Sie war bedingt durch eine Intensivierung der Landwirtschaft, durch verstärkten Handel – auch über See – und durch Ansammlung von Investitionskapital.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts setzte eine Entwicklung ein, die die Jahrhunderte lange Prosperität und das Miteinander im Dänischen Gesamtstaat beendete.
Aufkommender Nationalismus führten zum Gegensatz Schleswigs und Holsteins zur Dänischen Krone.
Nach der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches 1806 wollte der dänische König Holstein in das Königreich einverleiben, da er das Herzogtum als herrenlos ansah.
Darüber hinaus sollte die dänische Sprache als Amtssprache in den Herzogtümern eingeführt werden.
Dies führte in der Folge zum Sezessionskrieg: zur Schleswig-Holsteinischen Erhebung, nach dänischer Lesart – zum Schleswig-Holsteinischen Freiheitskampf, nach Schleswig-Holsteinischer Lesart.
Von 1848 bis 1851 war Schleswig-Holstein im Kriege mit Dänemark und selbständig. Die Herzogtümer gaben sich 1848 eine vorbildliche liberale Verfassung, von der Friedrich Engels schrieb, es sei die demokratischste, die je in deutscher Sprache abgefaßt worden sei.
Das Schleswig-Holstein-Lied wurde zur Landeshymne - bis auf den heutigen Tag!
Nach der Niederlage der Schleswig-Holsteiner 1851 übernahm die dänische Regierung wieder die Macht in den Herzogtümern. Die liberale dänische Verfassung von 1849 galt nicht in den Herzogtümern.
Die Politik der Großmächte und die der dänischen Regierung führte dann zum Kriege 1864, und nach der Niederlage Dänemarks in der Folge zur Einverleibung der Herzogtümer als Provinz in Preußen.
Die Geschichte Schleswig-Holsteins danach ist schnell erzählt:
Die Residenz in Schleswig wurde provinziell, die zweitgrößte dänische Stadt Flensburg mit bedeutendem Hafen befand sich am Rand der Ereignisse, die kleine Stadt Kiel wurde Reichskriegshafen und innerhalb weniger Jahre Großstadt.
Damit ging einher eine gewaltige Rüstungsindustrie und Flottenpräsenz, nach dem 1. Weltkrieg eine Abrüstung, die die Stadt an den Rand der Existenz brachte. Die Novemberrevolution 1918 begann in Kiel, sie machte den Weg frei zur Republik. Im 3.Reich setzte erneut eine Rüstungsspirale ein und im 2. Weltkrieg wurde Kiel zu fast 85% zerstört.
Trotz der großen Schwierigkeiten nach dem Kriege in Schleswig-Holstein – es waren Flüchtlinge in großer Zahl zu integrieren und die Industrie und Landwirtschaft wieder in Gang zu setzen, erscheint die Geschichte Schleswig-Holsteins ab 1945 in hellerem Licht. Schleswig-Holstein wurde 1946 nördlichstes Bundesland der Bundesrepublik Deutschland.
Partnerschaften mit vielen Städten, die Olympischen Spiele 1972, die Revitalisierung der Kieler Woche, Tourismus im ganzen Land, die Universität wieder eine der besten in Deutschland - die CAU ist eine der Top Ten in Deutschland - , eine Aussöhnung mit Dänemark, Landschaft und Seen :
Schleswig-Holstein meerumschlungen – man muß es erleben!
Clubabend FF Kiel am letzten Mittwoch im Monat (Ausnahme: Juli & Dezember)
Unser bewährter Clubabend ist seit Jahren ein wichtiger Teil unseres Klublebens. Wir treffen wir uns regelmäßig um 19.00 Uhr im
Restaurant Clubhaus Tannenberg
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