Ein Jahr geht hier schnell vorbei

Maria Soledad Flores Velasco bei Ihren Gastgebern
Bild: Anke Wöbken

Peruanerin Maria Soledad Flores Velasco zu Gast bei Ehepaar Suhren, Friendship Force Varel

VON ANKE WÖBKEN
Quelle: Nordwest-Zeitung, Oldenburg

Heide und Helmut Suhren haben Maria Soledad Flores Velasco (Mitte) aus Peru in Obenstrohe für ein Jahr ein Zuhause geboten.

In ihrem Heimatland gibt es die Trocken- und die Regenzeit. In Obenstrohe hat sie jetzt alle vier Jahreszeiten kennengelernt:

Maria Soledad Flores Velasco. Seit elf Monaten lebt die Peruanerin bei Helmut und Heide Suhren in Obenstrohe. Ende dieses Monats geht es für sie wieder zurück, von Obenstrohe über Lima nach Puno, ihrer Heimatstadt.

Treffen am Titicacasee

„Am Anfang denkt man, ein Jahr ist eine lange Zeit, da hat man viel Zeit zum Lernen, doch hier ist jeder Tag schnell vergangen“, sagt Soledad. In ihrer Heimat hat sie als Reiseleiterin für verschiedene Agenturen gearbeitet. Auf diese Weise traf sie auch das Ehepaar Suhren. Die Eheleute hatten im November 2006 eine Reise nach Kolumbien und Peru mit der Organisation Friendship Force (FF) Varel unternommen – und Soledad als Reiseleiterin am Titicacasee kennengelernt. „Dass sie eine besonders Nette war, kam der Gruppe sehr entgegen“, so Helmut Suhren. Soledad hatte schon damals vor, nach Deutschland zu reisen, doch nur als Touristin war dies nicht möglich, wie sie später erfuhr. Suhrens setzten sich daraufhin gemeinsam mit FF Varel für sie ein. So landete Soledad schließlich mit dem Flugzeug in Bremen.

Ihr deutscher Wortschatz war damals noch gering. Gleich von Beginn ihres Aufenthalts an hat sie einen Deutschkursus an der Volkshochschule Oldenburg besucht, inzwischen dort auch eine Prüfung mit Zertifikat abgelegt. „Suhrens haben mir beim Lernen der Sprache viel geholfen“, sagt die 33-Jährige. Ihr Ziel ist es, vielleicht ein eigenes kleines Reisebüro in Peru zu eröffnen. Aber
auch als Reiseleiterin in Peru möchte sie die deutsche Sprache gut
beherrschen können.

Fahrradfahren gelernt. Mittlerweile gelingt ihr das, „sie kann auch bayerisch von hessisch unterscheiden“, weiß Helmut Suhren. Zudem hat Soledad Fahrrad-fahren in Obenstrohe gelernt, den ersten Schnee in ihrem Leben gesehen und viele Ausflüge und Reisen unternommen, bis nach Frankreich. In Obenstrohe geht sie zum Turnen, singt im Gospel-chor und lernt Gitarrespielen. Nachbarn und auch FF-Mitglieder unterstützen sie in ihren Aktivitäten. Für Suhrens ist sie längst die „Tochter aus Peru“.So wohl sich Soledad in Obenstrohe fühlt, freut sie sich doch auch wieder auf ihre Heimat, auf ihren 13-jährigen Sohn, der in dieser Zeit in ihrer Familie geblieben ist und sie schon dringend wieder erwartet – auch um von ihr Deutsch zu lernen.