Austausch nach Southland/Neuseeland

Besuch bei FF Southland/Neuseeland 10.02. - 17.02.2012

FF Bavaria in Southland

Unser Friendshipforce Club machte sich im Februar 2012 auf den Weg nach Neuseeland. Aus den unterschiedlichsten Richtungen kommend, trafen sich 16 Botschafter am Morgen des 10. Februar in Invercargill, der südlichsten Stadt Neuseelands vor dem eindrucksvollen Gebäude der örtlichen Freimaurerloge.
Wir wurden, der englisch/schottischen Tradition verpflichtet, mit Dudelsackmusik empfangen und vom FF Club Southland herzlich willkommen geheißen.

Empfang mit dem Bürgermeister

Nach einer Besichtigungstour durch die historisch interessante Freimaureranlage traf der Distrikt Bürgermeister Tim Shadbolt ein, bekleidet mit einer Robe aus Hermelin und Samt und der eindrucksvollen goldenen Bürgermeisterkette.
Shadbolt hat sich nicht nur als Politiker einen Namen gemacht. Er ist auch ein im ganzen Land bekannter Schriftsteller und Poet und hat als jüngerer Mann Schriften verfasst, die in den 60iger Jahren nicht nur auf  Wohlwollen stießen.  
Wir haben einen Bildband von Franken mit Widmung von Bürgermeister Glässer übergeben und erhielten von ihm eines seiner Bücher.

Invercargill ist eine Stadt mit rund 50.000 Einwohnern. Weitab von der nächsten größeren Stadt Dunedin blüht hier ein reges kulturelles Leben.
So konnten wir das städtische Theater in Augenschein nehmen und auf der Bühne spontan deutsche Volkslieder zum Besten geben, das einzige Velodrom Neuseelands mit internationalem Standard besichtigen und im gepflegten Queens Park neben exotischer Fauna und Flora die Aufzucht von Tuataras bestaunen.

Tuatara

Exkurs:
„Tuatara sind die einzigen heute noch lebenden Exemplare der Ordnung der Sphenodontidae – auch Brückenechsen genannt – die sich wahrscheinlich vor rund 225 Millionen Jahren während des Trias entwickelt haben und weltweit verbreitet waren. Im frühen Mesozoikum waren Tuatara noch nicht so einzigartig, sondern gehörten zu einer Verwandtschaft, die den Dinosauriern sowie den heutigen Reptilien und Vögeln nahe steht. Seitdem Menschen auf der Erde leben, gibt es Tuatara nur noch in Neuseeland, doch sie sind mittlerweile aus ihrem ursprünglich flächendeckenden Verbreitungsgebiet auf vereinzelte vorgelagerte Inseln zurückgedrängt worden.
In nahezu vollständiger Abwesenheit von Säugetieren konnte sich eine Vogelwelt konkurrenzlos und unangefochten entwickeln, die reich an Exoten und Spezialisten ist. Nicht alle dieser außergewöhnlichen Lebensformen wie der MOA sind ausgestorben. Nach wie vor werden die Regenwälder und Bergpässe der Landschaften  bevölkert von dem schwersten, dem frechsten und dem bestgetarnten Papageien der Welt (Kakapo, Kea und Kaka).“


Zurück zu unserem Programm:

Bei der Stadtführung durch einen pensionierten Architekten erfuhren wir mehr über die Gründung und Entwicklung der Stadt, sowie über die zahlreichen Kirchen und Galerien.
Im Richardson LKW Museum kamen wir aus dem Staunen nicht heraus. Weit über 100 bestgepflegte LKWs, zum Teil über 100 Jahre alt machten diesen Besuch zu einem echten Technikfreak-Trip.

Gelbaugenpinguin in freier Natur

Eine Gastfamilie nimmt sich verwundeter Vögel an, die sie in entsprechenden Volieren pflegen und nach Gesundung wieder in die Natur entlassen. Wir wurden Zeuge eines solchen Fluges in die Freiheit.
Ein voller Tag war für einen Ausflug in die Catlin Mountains vorgesehen, der uns zur südöstlichsten Ecke Neuseelands führte. Glasklare Luft, kristallklares Meerwasser, starke Brandung, schroffe Steilhänge und Felsen, ein Vogelparadies ersten Ranges und am Ende der Wegstrecke ein pittoresker Leuchtturm, der den Seeleuten den richtigen Weg weist.
Entlang der Wegstrecke Landschaften wie im Film „Herr der Ringe“. Pinguine und Seelöwen in freier Natur erfreuten uns.

Menschenleerer Strand und Natur pur

Ein anderer Ausflug erschloss uns die Gegend im Südwesten des Landes, wo wir über die PAUA Muscheln und die daraus hergestellten Schmuckgegenstände informiert wurden. Nicht wenige nahmen die Gelegenheit war, hier diese einzigartigen Objekte zu erwerben.
Das Städtchen Riverton liegt verträumt an der Küste und beherbergt im Sommer viele Touristen. Der Bus brachte uns noch an traumhafte, menschenleere Sandstrände wie Cosy Nook, Monkey Island, Mc Crackens Rest und Orepuki.


Einige Teilnehmer wagten den Sprung über die sehr luftige Meeresenge der Foveaux Strait nach Stewart Island, der drittgrößten Insel von Neuseeland. Wenige hundert Einsamkeitsfanatiker wohnen dort und werden belohnt durch eine großartige Fauna und Flora. Auch der selten anzutreffende Nationalvogel, der KIWI, ist dort heimisch. Unsere Teilnehmer hatten das große Glück, von einem unserer Gastgeber auf dessen Segelboot durch das Archipel geschippert zu werden.

Grillabende, Kaffeeeinladungen und gemeinsame Ausflugslunches ließen Diskussionen und Gespräche über alle wissenswerten Gebiete entstehen und begründeten eine hoffentlich lang währende Freundschaft zwischen uns Franken und den „Kiwis“.

Der Tag des Abschiednehmens kam wie immer viel zu früh, jedoch gepaart mit Erinnerungen an Menschen mit einem ausgeprägten Sinn für Freundschaften und die Erhaltung unserer Natur.

Wasserfäle im Doubtful Sound

Die Karawane zog weiter –
Nunmehr ohne Gastfamilien, zum Teil im organisierten Reisebus und mit gemieteten Autos. Zusammen haben wir jedoch noch den größten Fjord, den „Doubtful Sound“ besucht, der uns an diesem Tag eine Symphonie von Grautönen bescherte. Wir waren im regenreichsten Gebiet Neuseelands angekommen und deshalb nicht überrascht über die Niederschläge.
Dies hatte aber zur Folge, dass wir dutzende, mehrere hundert Meter hohe Wasserfälle bestaunen konnten. Die Küste Norwegens lässt grüßen!

Blick auf Queenstown am Lake Wakatipu

Ein weiteres Etappenziel war Queenstown, ein Städtchen für den Ganzjahrestourismus in einer faszinierenden Lage am See Wakatipu, eingebettet zwischen Bergen, die bis zu 2500 m hinaufragen.
Die Sommersonne meinte es wieder gut mit uns und so konnte man von Aussichtspunkt über der Stadt einmalige Eindrücke auf sich wirken lassen.
Hier trennten sich die Wege der Reisenden. Der Bus fuhr über die Berge an die Westküste, stoppte dabei an so sehenswerten Orten wie Fox Glacier, Franz Josef Glacier, Hokitika und Punakaiki bevor  man sich in Blenheim mit den anderen FF Freunden wieder traf. Wir legten in der Provinz Marlborough, dem größten Weinanbaugebiet in Neuseeland, einen 2 Tage währenden Zwischenstopp ein. Der dortige FF Club wird uns im Herbst 2012 besuchen. Wir freuen uns darauf!

Die Reiserouten der Selbstfahrer waren doch recht unterschiedlich, verliefen aber alle über das östlich des Gebirgskammes mit über 3000 Meter hohen Bergen (Mt. Cook mit 3754 m) gelegene Land in Richtung pazifischer Ozean.

Dabei sahen einige die noch immer abgesperrte Innenstadt von Christchurch, die nach dem Beben von 2011 immer noch keine gesicherte Zukunft hat. Ebenso waren das schottisch geprägte Dunedin und Kaikoura lohnenswerte Etappenziele.

Schafe, Schafe ... und beeindruckende Landschaften

Wechselnde Landschaften mit Steppe und Grünland für Obst und Gemüseanbau, türkisfarbene Seen, sowie Almwirtschaft mit unzähligen Herden von Schafen vermittelten ein buntes Bild eines Landes, das sich glücklich schätzen kann, weit weg von den turbulenten Geschehnissen dicht bevölkerter Großräume zu sein.