Grandchildren Exchange nach USA

Am 1. August machten sich neun Mitglieder unseres Vereins auf die Reise nach Milwaukee, Wisconsin, zum allerersten Grandparents/Grandchildren Eco Exchange, (Großeltern/Enkel- Austausch). Dort trafen wir auf  sechs Japaner, und natürlich  auf unsere amerikanischen Gastgeber. Wir hatten zwei 12-jährige Enkel dabei. Jedes Kind wurde zusammen mit einem Großelternteil untergebracht.

Miriam und ich waren bei einer reizenden alten Dame. Charlotte hatte einen liebenswerten Spleen: sie sammelte. Sie sammelte einfach alles: Seifen, Bilder, schöne Bücher, Kaleidoskope, Eier und vor allem Knöpfe, Knöpfe jeder Größe, schicke, ganz einfache, fantasievolle - alle!

Am besten gefiel uns ihr Klavier, das mit Rollen bespielbar war. Die Rollen wurden in einen Schlitz geschoben, und wenn man die Pedale trat, begann die Musik.

 

Milwaukee ist eine sehr schöne, interessante Stadt. Das eindrucksvollste Gebäude ist zweifellos das Calatrava Kunstmuseum. Seine riesigen weißen Flügel öffnen und schließen sich ein- oder zweimal am Tag. Ein herrlicher Anblick! Die Tiefgarage darunter ist vermutlich die schönste der Welt. Charlotte meinte, das  Gebäude könne mit der berühmten Oper in Sydney rivalisieren; sie hat Recht. Ich finde, es übertrifft sie an Schönheit und Eleganz.

Ich werde nicht alle Sehenswürdigkeiten erwähnen, die wir besichtigten. Für die Kinder (aber auch für mich) war einer der Höhepunkte eine Stunde Trommeln unter Anleitung. Wir durften Kanu fahren und sogar auf einem großen Segelschiff über Lake Michigan schippern. 

Ja, es war eine schöne Woche in Wisconsin. Der Abschied fiel schwer, aber wir freuten uns auch auf neue Freunde und Erlebnisse in Kalifornien.

Diesmal wurden die Großeltern zusammen untergebracht, während die Enkel bei gleichaltrigen Kindern und deren Familien waren. Jetzt konnten sie beweisen, ob sie sich allein im Englischen zurechtfanden. Es ging wunderbar!

Gleich der erste Abend war ein Erlebnis: Die glücklichen Besitzer einer Villa hatten uns eingeladen und ihren großen Garten mit Schwimmbad, Sport- und Spielgeräten aller Art für uns geöffnet. Das Essen, das die Mitglieder des Clubs zusammengetragen hatten, war köstlich. Auch dem guten kalifornischen Wein wurde eifrig zugesprochen.

Die Kinder durften T-Shirts bemalen, ein Clown, der die tollsten Hüte aus Luftballons kreierte, war eingeladen worden (hier Nicolas mit fantasievollem Kopfputz).

 

In Kalifornien stand eine Fahrt zum Sequoia National Park in der Sierra Nevada auf dem Programm. Die riesigen Bäume sind teilweise über 2000 Jahre alt.

Am Pazifik durften wir Kajak fahren, eine Kranichstation und einen Zoo besuchen, in dem wilde verwundete Tiere aus dem Gebiet rehabilitiert werden.

 

Wir fuhren entlang der größten Ölpumpfelder der Welt, was uns sehr beeindruckte; aber ebenso eindrucksvoll fanden wir die riesigen Baumwollfelder (wir hatten nicht gewusst, dass Baumwolle an einem Busch weiße, gelbe und rote Blüten trägt), sowie die unübersehbaren Felder mit Mandelbäumen und Pistazienbüschen.

 

Wir fuhren auf eine Ranch mit waschechten Cowboys, ebenfalls in der Sierra Nevada. Zum Picknick wurden wir auf einem Heuwagen gefahren (ich verzichtete auf dieses allergene Angebot; ein Cowboy nahm mich im Traktor mit). Wir durften sogar reiten, aber nur in einer langen Reihe und sehr, sehr langsam.

Auch eine echte Westernstadt fehlte nicht im Programm. Kernville hieß früher mal Whiskey Flat.

Unsere aufregende Reise beendeten wir mit einem Besuch im Disneyland.
Wirklich ein Vergnügen für Jung und Alt. Im Showbusiness sind die Amis unübertrefflich.

Beide Austausche waren wunderbar. Wie viel haben wir doch gesehen und erlebt – längst nicht alles habe ich aufgeschrieben.

 

Ich wurde gefragt: „Wie würdest du diesen ersten Großeltern/Enkelkinder Austausch von Friendship Force bewerten?“

Meine Antwort: Unbedingt positiv! Die Kinder haben nicht nur ihre Sprachkenntnisse erweitern können. Ich bin sicher, dass sie auch einen großen Sprung nach vorn getan haben, was Verständnis für Andere und Anderes angeht, und sie haben gelernt, mehr Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.

An einem der ersten Tage in Wisconsin sagte Nicolas. „Ich finde, es sollte nur eine Regierung für die ganze Welt geben.“

Die Erwachsenen lächelten nachsichtig, doch dann wurde uns plötzlich klar: Geht es bei Friendship Force nicht genau darum?

 

Holly